Chronik der FFW Irlach

 

Nachdem bereits am 18.4.1891 der Gemeinderat von Irlach unter Bürgermeister Rückerl auf Anregung der Bezirksfeuerwehrversammlung vom 20. Juli 1890 zu Oberviechtach durch Beschluss bestimmt hat, dass bei ausgebrochenem Brande auf Kosten der Gemeindekasse jedem Mann der Freiwilligen Feuerwehr, die dabei tätig war, ein Liter Bier und 1 Brot verabreicht werden soll, wurde auch in Irlach am 31 Mai 1897 eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Bereits bei der Gründerversammlung erklärten 25 tatkräftige Männer ihren Beitritt zur Feuerwehr. Die erste Vorstandschaft bestand aus Vorstand dem damaligem Bürgermeister Peter Bücherl (Hausname Wachter), als Kommandanten den Gastwirt Josef Plecher und als Adjutant Andreas Fischer.

Noch im Jahre 1897 am 29. Dez. fasste der Gemeinderat den Beschluss zur Beschaffung von Feuerlöschgeräten, Ausrüstungen und Errichtung eines Requisitenhauses einen Betrag von 900 Mark zu 4% Zins jährlich aufzunehmen, welcher die Billigung durch das damals zuständige königliche Bezirksamt Neunburg vorm Wald fand. Mit der Beschaffung der Handdruckspritze zählte die Feuerwehr Irlach mit zu den bestausgerüsteten Wehren der Umgebung. Diese Handdruckspritze ist heute noch in funktionsfähigem Zustand. Vorher wurden ausgebrochene Brände mit den Kübelspritzen bekämpft. Das hölzerne Spritzenhaus, welches beim Anwesen Hs. Nr. 1 (Dirscherl) stand, wurde insgesamt mit Muskelkraft in die Nähe des Feuerlöschweihers versetzt. Im Jahre 1942 wurde mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses ebenfalls an Rande des Feuerlöschweihers begonnen. Dieses Feuerlöschgerätehaus erhielt auch einen Schlauchtrockenturm. Jedoch konnte durch die Kriegszeit der Bau erst im Jahre 1946 vollendet werden.

Das es jedoch in Irlach Gott sei Dank in der damaligen Zeit nicht mehr so oft brannte wie in früheren Jahrhunderten, zeigt ein Beschluss des Gemeinderates vom 25. Mai 1902, wo die Anbringung eines Blitzableiters auf dem Schulhaus abgelehnt wurde, u.a. „weil man nicht annehmen könnte, dass der Ort Irlach blitzgefährdeten Lage ist, da von den ältesten Brauern noch nicht gedenkt wird, dass in der Ortschaft ein Blitzschlag stattgefunden hätte“.

Im Jahre 1930 in der Nacht zum 30. Juni kurz nach Mitternacht brach in der neugebauten Scheune des Anwesens Hs. Nr. 2 (Pregler) ein Feuer aus und vernichtete Wohnhaus, Stallung, Scheune und Wagnerwerkstätte. Durch den schnellen Einsatz der örtlichen Feuerwehr konnte das Nachbaranwesen Hs. Nr. 4 (Götz), dessen Scheune schon brannte, gerettet werden. Mit der Handdruckspritze konnte der Höhenunterschied vom Feuerlöschweiher bis zum Brandplatz nicht bewältigt werden, so dass die Spritze am Brandplatz eingesetzt wurde und von den Brunnen der umliegenden Anwesen durch Eimer mit Wasser versorgt werden musste, bis auswärtige Feuerwehre u. a. Tiefenbach und Haag zur Hilfe kamen.

Der Feuerschutz konnte im Jahre 1936 durch den Bau der Wasserleitungen und der Errichtung von 7 Hydranten erheblich versbessert werden. Dank der guten Löschwasserversorgung durch die Hydranten konnte ein Brand am Karsamstag im Jahre 1962 im Anwesen Bösl Hs.Nr. 24 durch die örtliche Wehr unter Kontrolle gebracht werden, sodass die noch angerückten auswertigen Wehren Tiefenbach und Winklarn nicht mehr zum Einsatz kamen.

Nach der bereits genannten Vorstandschaft aus den Gründungsjahren sind noch folgende Vorstände und Kommandanten genannt; Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr war jeweils der 1. Bürgermeister. So folgten dem Gründungsvorstand Bücherl von 1900-1924 Johann Dirscherl (Vogl), von 1925 – 1932 Andreas Eiber (Kulzer), von 1933-1945 Johann Dirscherl (Vogl), von  1946 – 1951 Johann Scheuerer (Fink), von 1952 – 1966 wiederum der frühere Johann Dirscherl. Von 1966 bis 1992 stand Johann Bücherl (Kulzer) an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Irlach. Ihm folgte sein Sohn Gerhard Bücherl, der das Amt bis 2010 begleitete. Seit 2010 führt Franz Albang (Schidl) die Wehr.

Am 20.05.1981 wurde offiziell eine Jugendfeuerwehr gegründet. Die aktiven Mitglieder sind in Löschgruppen eingeteilt, sodass ein sehr guter Übungsbesuch zu verzeichnen ist. Bis zu heutigen Stand 2015 haben 25 Mitglieder das Leistungsabzeichen in Gold Rot abgelegt.

 

Ausrüstung:

Seit Beginn der 60er Jahre steht zur Alarmierung im Brandfalle, die auf dem Schulhaus installierte Luftschutzsirene, auch der Feuerwehr zur Verfügung. Im Jahre 1967 konnte durch die Anschaffung einer Tragkraftspritze TS8/8 mit den zugehörigen Ausrüstungsgegenständen, sowie eines Spritzenanhängers der Ausrüstungsstand erheblich verbessert werden. Ab diesem Zeitpunkt war es auch möglich sich bei Großraumübungen während der Feuerschutzwoche zu beteiligen. Im Jahr 1999 wurde diese Tragkraftspritze durch eine Neue der Firma Ziegler ersetzt. Hierzu fand am 24. und 25.07.99 ein kleines Fest im Garten von Ruhland Georg statt. Im Zuge dieses Festes konnte am Festsonntag überraschend der Spatenstich für das neue Gerätehaus gemacht werden. Sodann wurde am 28.08.99 mit dem Bau des Gerätehauses begonnen. Der vorläufige Höhepunkt in der Beschaffung von Ausrüstung fand im Jahr 2014 statt. Es konnte ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug vom Typ VW Crafter an die Wehr übergeben werden.

 

Feste:

Im Jahre 1919 wurde, um die Zusammengehörigkeit nach außen zu demonstrieren, eine Vereinsfahne beschafft und durch eine kirchliche Weihe in den Dienst der Freiwilligen Feuerwehr gestellt. Nachdem diese Fahne durch die vielen Teilnahmen an Beerdigungen und Festen nicht mehr ansehnlich war, wurde am 1.Juli 1962 unter großer Beteiligung der benachbarten Vereine eine neue Fahne geweiht. Im Garten des Anwesens H. Nr. 2 war ein Festplatz eingerichtet, Maria Ketterl war die Fahnenmutter und Margareta Inzenhofer die Fahnenbraut.

Am Festplatz auf der "Kulzerwiese", rechts beim Dorfeingang aus Haag kommend konnte im Jahre 1972, die Freiwillige Feuerwehr ihr 75-jähriges Gründungsfest feiern. Dies wurde vom 30.06. bis 2.7.1972 mit über 70 auswärtigen Vereinen begangen. Festmutter Betti Stöckerl war von vielen Festdamen begleitet und als Schirmherr fungierte Landrat und Bezirksrat Josef Spichtinger von Oberviechtach. Ein farbenprächtiger Festzug bewegte sich durch die Ortschaft Irlach. Mit dem Festzug 01.07.72 erfolgte auch die Auflösung der Gemeinde Irlach und die Eingliederung nach Tiefenbach.

Zum 85jährigen Gründungsfest vom 23.07-25.07.1982 wurde diese Fahne genarealüberholt. Durch ein kleines Missgeschick der Fahnenstickerei wurde das Gründungjahr von 1897 versehentlich auf die Jahreszahl 1898 eingestickt. Eine Korrektur erfolgte nicht mehr. Das Fest war in der Maschinenhalle vom Vorstand Bücherl.

Beim 90jährigen Jubiläum vom 17.-19.07.1987, was wiederum in dieser Halle stattfand, war die Hauptattraktion der Sonntagnachmittag. Ein Traktorziehen, Mensch gegen Maschine. Pro Traktor PS ein Mann als "Gegner" zu ziehen.

In den Jahren 1989 – 1996 wurde alle Jahre ein Dorffest abgehalten. Es fand mehrmals in der Maschinenhalle der Familie Kärtner statt. Einmal am Kirchplatz, es wurde jedoch dann nach dem Mittag witterungsbedingt zum Kärtner verlegt. Die letzten beiden Dorffeste fanden im Gemeindehaus statt.

Das 100-jährige Jubiläum fand wieder auf der "Kulzerwiese" vom 18. -21.07.1997 statt. Das Amt der Festmutter übernahm Christine Bücherl, als Fahnenbraut fungierte Marina Dirscherl. Das Fest wurde von Friedrich Eckert beschirmt. Als Ehrenschirmherr konnte der ehemalige Vorstand Johann Bücherl gewonnen werden. Patenverein war die FFW Tiefenbach, Ehrenpate die Nachbarwehr aus Katzelsried. Auch hier war die Krönung ein farbenprächtiger Festzug mit vielen Vereinen durch die Ortschaft.

Die Segnung der neuen Tragkraftspritze wurde am 24. und 25.07.99 ein Fest im Garten von Ruhland Georg abgehalten. Dieses Ereignis wurde im kleineren Rahmen gefeiert. Um den Sonntagnachmittag attraktiv zu gestalten wurde ein Baumstammziehen veranstaltet. Sechs Mann sollten den Stamm soweit wie möglich bewegen.

Das fertiggestellte Gerätehaus wurde vom 04.-07.07.2003 mit einem großen Fest seiner Bestimmung übergeben. Als Festplatz diente das Grundstück neben dem Gerätehaus (Wachterfeld). Das Amt des Schirmherrn übernahm der 1. Bürgermeister Johann Müller, Ehrenschirmherr war Friedrich Eckert. Die Patenschaft hatte die FFW Katzelsried inne. Die Wehren aus Tiefenbach und Haag fungierten als Ehrenpaten. Der Festhöhepunkt nach der feierlichen Segnung des Hauses war der Sonntagabend mit der Spitzenband     "Die Isartaler Hexen".

Einen weiteren Höhepunkt konnte die Wehr im Jahre 2014 feiern. Nach langen und zähen Verhandlungen wurde ein neues Tragkraft Spritzen Fahrzeug der Marke VW Crafter gekauft. Um den finanziellen Anteil  von 17.000 € auszugleichen, wurde ein größeres Fest wieder am "Wachterfeld" gefeiert. Dieses fand vom 01.-04.08.14 statt, bei dem der langjährige Schriftführer und großer Befürworter des Fahrzeugs, RAR a.D. Ernst Dirscherl als Schirmherr fungierte. Die Patenschaft übernahm die FFW Schönau, Ehrenpate war wiederum die Nachbarwehr aus Katzelsried. Am Sonntagnachmittag konnte trotz Kanalbauarbeiten ein Festzug mit 60 Vereinen abgehalten werden.

Um einen finanziellen Ausgleich zu schaffen wird seit dem Sommer 2008 eine sogenannte G.Party (Gerätehaus Party) abgehalten. Diese findet immer im ersten August Wochenende statt.

 

Gesellschaftliches:

Alljährlich am 6. Januar (Hl. Drei König) findet für die verstorbenen Kameraden ein Gedenkgottesdienst statt. Abends wird dann der bereits zur Tradition gewordene Feuerwehrball, aus räumlichen Gründen seit dem Jahre 1972 im Jugendheim in Tiefenbach, abgehalten. Im Jahr 1984 wurde nach der Renovierung des Gasthofs Russenbräu, diese Veranstaltung in dessen Saal verlegt. Um größere Besucherzahlen zu erreichen verlegte man im Jahr 1985 den Termin vom sechsten auf den fünften Januar. Der letzte Ball fand am 05.01.2012 statt, da die immer weniger Gäste kamen und es sich somit nicht mehr lohnte. Die Freiwillige Feuerwehr zählt derzeit folgende Ehrenmitglieder: Festmutter Betti Stöckerl, Festmutter Christine Bücherl, Ehrenkommandant Johann Scheurer, Schirmherr Friedrich Eckert, Schirmherr Ernst Dirscherl und Manfred Stöckerl. Verstorben ist der Gönner und Jagdpächter Anton Eckert, sowie im Jahre 2000 der Ehrenvorstand Johann Bücherl.

In der Freiwilligen Feuerwehr herrschte in den letzten Jahren und Jahrzenten eine sehr gute Zusammenarbeit und Kameradschaft, sodass wir weiterhin auf den Spruch unserer Fahne vertrauen dürfen: „In Gottes Namen allezeit, selbstlos treu und hilfsbereit“

 

 

Quelle: Teile aus der Chronik der Gemeinde Tiefenbach